+++ Irgendwann +++
Mist, jetzt wäre mir fast das Handy aus den harzfreien Händen gerutscht.
Mit minus vier Punkten und gerade einmal 36 erzielten Toren ging es für uns am Samstag zum weitesten Auswärtsspiel der Saison ins Pleißental zum Aufsteiger aus Langenhessen. Im „Otterbau“ angekommen, stellten wir uns allerdings zunächst eine ganz andere Frage: Sind wir hier wirklich in einer Handballhalle oder sind wir aus Versehen bei den Eispiraten Crimmitschau im Eisstadion gelandet?
Das Spielfeld war jedenfalls äußerst rutschig – Harz war nicht erlaubt und der Hallenboden machte daraus seine ganz eigene Interpretation von Handball. Also hieß es: Schuhe schnüren, irgendwie Grip finden und los.
Das erste Tor ließ dann auch ein paar Minuten auf sich warten. Erst kurz vor der vierten Minute trafen die Otter zum ersten Mal unser Tor. Danach herrschte wieder einige Minuten Funkstille, ehe wir den einen oder anderen Ball gewinnen und drei schnelle Tore hintereinander erzielen konnten. In der achten Minute stand damit eine 3:1-Führung für uns auf der Anzeigetafel.
Allerdings war schon früh zu erkennen, dass sowohl wir als auch die Gastgeber mit den Bedingungen zu kämpfen hatten. Viele Bälle fanden nicht den Weg ins Tor, einige Angriffe verliefen eher schleppend und das Tempo blieb überschaubar. Bis zur 25. Minute entwickelte sich deshalb ein zähes Spiel: ein Tor hier, ein Tor dort, dazu Fehlwürfe auf beiden Seiten und zwischendurch immer mal wieder eine gute Aktion.
Im Vergleich zum vergangenen Spiel konnten wir uns bis dahin zumindest auf unsere Abwehr und unser Torwartspiel verlassen. Viel mehr Positives wollte uns zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht einfallen.
Und dann kam der erste Bruch.
Nach einer Auszeit in der 25. Minute fanden die Gastgeber plötzlich besser ins Spiel und drehten noch einmal ordentlich auf. Während wir unserer Zweiminutenstrafe und der weiterhin hohen Fehleranfälligkeit hinterherliefen, konnten die Otter einen Gang hochschalten und zogen bis zur Halbzeit auf 12:7 davon.
Halbzeit – noch war nichts verloren
In der Pause waren wir uns einig: Hier ist noch nichts verloren.
Wir mussten im Kopf klarer werden und vor allem eines schaffen: den Ball irgendwie im Tor unterbringen.
Denn ganz schlecht sah unser Angriffsspiel eigentlich gar nicht aus. Viele Angriffe wurden ordentlich ausgespielt und auch die Abwehr funktionierte grundsätzlich. Unser größtes Problem war schlicht und ergreifend die Torausbeute. Mit gerade einmal 38 Prozent waren wir davon weit entfernt, was wir eigentlich leisten können.
Dazu fehlte uns weiterhin das nötige Tempo.
Beides sind Dinge, die man ändern kann. Also ging es mit neuem Mut in die zweite Halbzeit.
Wir starteten sogar in Überzahl, nachdem sich die Gastgeber kurz vor der Pause noch eine Zweiminutenstrafe eingefangen hatten. Die perfekte Gelegenheit also, den Rückstand zu verkürzen.
Denkste.
Auch in dieser Phase spielten wir unsere Außen immer wieder frei – nur wollte der Ball an diesem Samstag einfach nicht ins Tor. Pleißental antwortete dagegen konsequent mit schnellen Gegentoren und stellte bereits in der 35. Minute auf 16:9.
Von da an wurde es zunehmend schwierig.
Zu unseren eigenen Fehlern kamen einige unglückliche Situationen in der Abwehr und dazu eine ordentliche Portion Pech. Gefühlt landete jeder Abpraller genau in den Armen des Rechtsaußen der Gastgeber. Und wenn man ohnehin schon jedem Tor hinterherlaufen muss, braucht man solche Geschenke natürlich nicht unbedingt auch noch.
Trotzdem gab es zwischendurch immer wieder kleine Lichtblicke auf unserer Seite. Ein paar verwandelte Siebenmeter, einige gute Rückraumwürfe und irgendwann schafften es dann sogar die Außen, den Ball im Tor unterzubringen.
Nur war zu diesem Zeitpunkt leider schon zu viel passiert.
Wir kämpften weiter, kamen aber nicht mehr entscheidend heran. Am Ende stand ein deutliches 30:19 auf der Anzeigetafel.
Fazit
Unterm Strich war es ein gebrauchter Tag. Die knapp 1:40 Stunden Anfahrt pro Strecke haben sich sportlich zumindest nicht unbedingt so angefühlt, als hätten wir dafür etwas zurückbekommen.
Natürlich waren die Bedingungen in der Halle nicht optimal. Ein rutschiger Boden und ein Spiel ohne Harz machen es nicht gerade leichter – gerade wenn man eigentlich über Tempo und saubere Abläufe kommen möchte. Aber am Ende darf das keine Ausrede für unsere Leistung sein. Beide Mannschaften mussten mit den gleichen Bedingungen klarkommen und wir haben es über weite Strecken einfach nicht geschafft, unser Spiel so auf die Platte zu bringen, wie wir es uns vorgenommen hatten.
Was man uns allerdings nicht absprechen kann: Wir haben uns nicht aufgegeben. Auch als das Spiel zunehmend in eine Richtung lief und die Chancen auf eine Aufholjagd immer kleiner wurden, haben wir weitergemacht und immer wieder versucht, zurückzukommen. Am Ende war die Ausgangslage irgendwann ziemlich aussichtslos – aufgegeben haben wir uns trotzdem nicht.
Für uns gibt es damit weiterhin einiges zu tun. Vor allem an unserer Torausbeute müssen wir arbeiten. Gleichzeitig müssen wir lernen, Führungen, die wir uns gerade in der Anfangsphase eines Spiels erarbeiten, auch über längere Phasen zu halten und den Gegner nicht so leicht zurück ins Spiel kommen zu lassen.
Kurz gesagt: Wir haben noch einiges zu tun.
Trotz des für uns gebrauchten Tages möchten wir aber auch ein großes Lob an die Gastgeber aussprechen. Die Jungs aus dem Pleißental waren rund um das Spiel äußerst freundlich und haben uns trotz der sportlichen Niederlage einen sehr angenehmen Aufenthalt bereitet. Und auch sportlich haben die Otter gezeigt, dass sie in dieser Liga absolut gut aufgehoben sind. Mit einem 30:19 haben sie schließlich ziemlich deutlich gezeigt, dass sie nicht vorhaben, sich in dieser Liga nur umzuschauen. Wir wünschen dem Aufsteiger für die weitere Saison alles Gute!
Viel Zeit bleibt für uns allerdings nicht. Denn an diesem Wochenende wartet direkt der nächste Aufsteiger auf uns: die HSG Rückmarsdorf.
Und dabei gibt es auch ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten: Max Knappe besucht uns am Samstag, den 26.09. um 17:00 Uhr, in unserer WM-Sporthalle Riesa.
Weitere Informationen
Veröffentlichung
Downloads
Weitere Meldungen

+++ Oft genug erlebt +++
Mo, 14. September 2026

+++ Für immer 21 +++
Do, 10. September 2026