+++ Picobello +++


Ob BSZ oder Theo, Hauptsache Punkte! Verdammt, ich muss ja auch noch was zum Pokalspiel schreiben.

 

Wobei es dort für unsere Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft ohnehin nicht viel zu holen gab. Bei ihrem jüngsten Betriebsausflug ins Erzgebirge waren sie zwar leider leer ausgegangen, hatten in ihren auffällig orangefarbenen Arbeitsklamotten aber zumindest optisch einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

 

Nach dem Pokalausflug ins Erzgebirge stand nun wieder der Ligaalltag auf dem Programm. Und der hatte uns in dieser Saison bislang bekanntlich auch noch nicht allzu viele Erfolgserlebnisse beschert.

 

Mit der zweiten Mannschaft des HC Glauchau/Meerane wartete dabei die nächste Aufgabe auf uns. Zunächst entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Nachdem die Gäste den ersten Treffer erzielt hatten, konnte sich Mini-Mo gleich zweimal erfolgreich in Szene setzen und uns erstmals in Führung bringen. Auch in der Folge fanden wir immer wieder gute Lösungen im Angriff. Besonders erfreulich war dabei, dass wir unseren Kreis deutlich besser ins Spiel einbinden konnten. Mit Locke stand uns dort endlich wieder eine wichtige Anspielstation zur Verfügung, die wir in den vergangenen Partien “vermisst” hatten. Immer wieder gelang es uns, ihn mit guten Pässen zu finden und so die gegnerische Abwehr vor Probleme zu stellen.

Das machte sich auch auf der Anzeigetafel bemerkbar. Nach dem zwischenzeitlichen 2:2 übernahmen wir zunehmend die Kontrolle und konnten uns bis zur zwölften Minute auf 9:5 absetzen. Ganz ohne Schwierigkeiten verlief die Anfangsphase allerdings nicht. Insbesondere in der Abwehr zeigte sich, dass bei der Abstimmung untereinander noch Luft nach oben ist. Hier und da wurden Lücken nicht konsequent geschlossen, weil die Kommunikation im Verbund noch nicht immer passte und in manchen Situationen die gegenseitige Hilfe fehlte. Diese Unstimmigkeiten sollten uns schließlich auch den ersten kleineren Bruch in unserem Spiel bescheren. Zwar lagen wir in der 15. Minute noch mit 11:7 in Führung, doch Glauchau nutzte die sich bietenden Räume konsequent aus und erzielte vier Treffer in Folge zum 11:11.

 

Anders als in manch vergangener Partie ließen wir uns davon diesmal jedoch nicht nachhaltig aus dem Konzept bringen. Nach einer Auszeit fanden wir wieder besser zu unserem Spiel. Theo brachte uns erneut in Führung, und insbesondere Malte übernahm in der Schlussphase des ersten Durchgangs zunehmend Verantwortung. Mit wichtigen Treffern trug er maßgeblich dazu bei, dass wir uns bis zum Pausenpfiff wieder deutlich absetzen konnten. Mit einer 19:13-Führung verabschiedeten wir uns schließlich in die Halbzeitpause.

 

Wie viele Treffer Malte an diesem Nachmittag tatsächlich erzielte, lässt sich allerdings nicht zweifelsfrei klären. Der offizielle HVS-Spielbericht weist ihm am Ende stolze zehn Tore zu. Ob diese Zahl allerdings auch der einzig wahren Statistik des allmächtigen Andreas Günther Rost standhalten würde, bleibt fraglich. Da dessen Aufzeichnungen dem Schreiberling mittlerweile vorenthalten werden, müssen wir uns wohl oder übel auf die offiziellen Angaben des Verbandes verlassen. Sei’s drum.

 

Sechs Tore Vorsprung zur Halbzeit und tatsächlich war es das erste Mal in dieser Saison, dass wir nicht mit einem Rückstand in die Kabine gingen. Ein durchaus ungewohntes, aber keineswegs unangenehmes Gefühl. Auch wenn sich hier und da noch kleinere Unstimmigkeiten gezeigt hatten, konnten wir mit unserer Leistung im ersten Durchgang durchaus zufrieden sein. Die Ausgangslage für die zweite Hälfte war jedenfalls vielversprechend.

 

Dass eine gute Ausgangslage allein allerdings noch keine Garantie für einen entspannten Nachmittag ist, sollten die folgenden Minuten eindrucksvoll unter Beweis stellen. Dem aufmerksamen Leser unserer bisherigen Spielberichte dürfte inzwischen aufgefallen sein, dass wir offenbar der festen Überzeugung sind, zu einem ordentlichen Handballspiel gehöre zwingend auch eine Phase, in der wir das Handballspielen weitgehend einstellen. Und weil man mit lieb gewonnenen Traditionen bekanntlich nicht leichtfertig bricht, hielten wir auch diesmal daran fest.

 

Plötzlich funktionierte im Angriff kaum noch etwas. Entscheidungen wurden getroffen, bei denen wir vermutlich selbst nicht genau erklären könnten, warum wir sie in diesem Moment für sinnvoll hielten. Dinge, die vor der Pause noch gut funktioniert hatten, wurden auf einmal nicht mehr konsequent umgesetzt. Die Gäste aus Glauchau nahmen diese Einladung dankend an und verkürzten unseren Vorsprung Tor um Tor. Aus einem komfortablen 19:13 wurde ein deutlich weniger komfortables 19:16. Und während die Minuten verstrichen, warteten wir weiterhin auf unseren ersten Treffer nach dem Seitenwechsel.

Fast zwölf Minuten dauerte unsere Torflaute an, ehe Henry Lützkendorf diese schließlich beendete. Aus gut 14, 15 Metern (vielleicht bisschen übertrieben) stieg er nach beidbeinigem Absprung hoch und beförderte den Ball sehenswert in den Winkel. Das 20:16 erwies sich als echter Wirkungstreffer, der uns wieder zurück in die Spur brachte. Plötzlich war die nötige Energie zurück. Wir agierten entschlossener, unterstützten uns gegenseitig und fanden auch im Angriff wieder zu besseren Lösungen. Drei weitere Treffer in Folge sorgten dafür, dass wir unseren Vorsprung bis zur 45. Minute wieder auf 23:16 ausbauen konnten.

 

Von da an entwickelte sich zwar weiterhin ein munteres Hin und Her, doch zunehmend war zu spüren, dass wir uns diesen Sieg nicht mehr aus der Hand nehmen lassen wollten. Dabei zeigte sich auch, wie wichtig an diesem Nachmittag die gesamte Mannschaft war. Bei jedem, der von der Bank aufs Feld kam, war zu spüren, dass er seinen Teil zu diesem Erfolg beitragen wollte. Jeder kannte seine Rolle, nahm sie an und erfüllte seine Aufgaben. Und wenn unsere Abwehr doch einmal nicht auf der Höhe war, konnten wir uns auf Tom Wabnitz verlassen, der mit starken Paraden zur Stelle war und uns den nötigen Rückhalt gab.

 

Eine weitere bemerkenswerte Szene ereignete sich in der 54. Spielminute. Unser Mannschaftsoffizieller Andreas Rost wurde von den Unparteiischen mit einer Verwarnung bedacht. Eine aus unserer Sicht absolut richtige und vor allem längst überfällige Entscheidung. Schließlich wartet man im Umfeld des Riesaer Handballs im Grunde schon seit Jahren darauf, dass endlich mal jemand bei Rosti durchgreift.

Auf dem Spielfeld deutete zu diesem Zeitpunkt bereits vieles darauf hin, dass wir uns den Sieg nicht mehr nehmen lassen würden. Im Angriff kamen wir weiterhin regelmäßig zu unseren Treffern, während unsere Abwehr nun besser verschob und den Gästen kaum noch Möglichkeiten bot, den Rückstand entscheidend zu verkürzen. So konnten wir unseren Vorsprung bis in die Schlussminuten behaupten und schließlich weiter ausbauen. Kurz vor dem Abpfiff fiel noch der Treffer zum 34:23-Endstand.

 

Nach dem Abpfiff waren Freude und Erleichterung gleichermaßen groß. Nach all den Niederlagen bislang in dieser Saison hatten wir uns endlich wieder für unseren Aufwand belohnt und konnten gemeinsam einen Sieg feiern. Natürlich war auch diesmal längst nicht alles perfekt. Die Abstimmungsprobleme in der Abwehr sind nicht verschwunden, und eine fast zwölfminütige Torflaute dürfte uns gegen andere Gegner deutlich teurer zu stehen kommen. Dennoch haben wir diesmal gezeigt, dass wir auch nach einer schwächeren Phase wieder die richtige Antwort finden können und als Mannschaft zusammenstehen. Vor allem aber haben wir endlich die ersten zwei Punkte eingefahren.

 

Erwähnenswert ist dabei auch unsere Bilanz in der BSZ-Halle, die sich langsam zu einer Art ungeliebten Festung entwickelt. Saisonübergreifend mussten wir dort in den vergangenen fünf Partien bei drei Siegen und einem Unentschieden lediglich eine Niederlage hinnehmen. Und die gab es immerhin gegen den letztjährigen Meister und Aufsteiger NHV Concordia Delitzsch II. Für eine Halle, mit der wir uns eigentlich nicht so recht anfreunden können, ist das eine durchaus beachtliche Bilanz.

 

Mit diesem Erfolg im Rücken geht es für uns am kommenden Samstag, dem 7. November 2026, zum HC Fraureuth. Anwurf ist um 18:30 Uhr in der Mehrzweckhalle Erich Glowatzky. Nach dem ersten Saisonsieg können wir die nächste Aufgabe nun mit etwas mehr Selbstvertrauen angehen. Bleibt zu hoffen, dass wir an die positiven Ansätze anknüpfen und auch aus Fraureuth etwas Zählbares mit an die Elbe bringen können.

 

Auf geht’s, Riesa!

 

Für Riesa spielten:

#1 Tom Wabnitz (TH), #23 Philipp Röpke (TH), #3 Tobias Krause (3), #4 Marcel Kühnel, #5 Malte Morstein (10), #8 Phillip Schneese, #9 Max Simon, #11 Theodor Kuhl (3), #22 Paul Stephan, #27 Moritz Kunzendorf (6, 1/1), #28 Tim-Luca Wandelt (2), #29 Jannik Reinicke (3), #30 Henry Lützkendorf (3), #36 Hendrik Pawlowski (1), #44 Maurice Gnadt (3)

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Veröffentlichung

Do, 05. November 2026

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