+++ Oft genug erlebt +++

Am vergangenen Samstag waren die Tore der WM-Sporthalle Riesa endlich wieder geöffnet – der erste Heimspieltag der Saison stand an. Und als wäre das allein noch nicht genug Grund zur Vorfreude gewesen, wartete zum Auftakt direkt das (einzige) Derby gegen die HSG Neudorf/Döbeln auf uns.
 

Die Ausgangslage war für uns eigentlich klar: Vor uns stand ein Gegner, der definitiv schlagbar sein sollte. Trainer Steffen machte uns im Vorfeld ordentlich heiß auf das Derby und gab uns gleichzeitig mit auf den Weg, dass wir das Spiel gar nicht erst unnötig spannend machen sollten. Die Intensität im Training hatte zuletzt vielversprechend ausgesehen – jetzt musste das Ganze nur noch auf die Platte gebracht werden.

 

Und direkt zu Beginn konnten unsere Fans ein neues altes Gesicht auf der Mitte begrüßen. Theo feierte nach seiner einjährigen Verletzungspause aufgrund eines Kreuzbandrisses sein Comeback und konnte damit endlich wieder selbst unser Spiel mitgestalten. Schön, dich wieder auf der Platte zu haben!

 

Die Startphase ließ zunächst auf genau das Spiel hoffen, das wir uns vorgenommen hatten: ordentlich Tempo, gute Intensität und ein Angriff, der von Beginn an funktionierte. Das erste Tor fiel nach einem gut durchgespielten Angriff über unseren Rechtsaußen Tim-Luca Wandelt. Die Antwort der Döbelner ließ allerdings nicht lange auf sich warten – Topscorer Grimm glich direkt wieder aus.
 

Danach nahm das Spiel ordentlich Fahrt auf. Wir konnten uns immer wieder mit ein bis drei Toren absetzen und hatten das Spiel zunächst gut im Griff. Doch wie so oft im Handball gilt: Ein paar Tore Vorsprung fühlen sich manchmal stabiler an, als sie tatsächlich sind. Die Stiefelstädter blieben hartnäckig und kamen uns immer näher.

 

In der 22. Minute war es dann so weit: 10:10 – alles wieder auf Anfang. Kurz vor der Halbzeit mussten wir sogar erstmals die Führung abgeben. Mit einem 13:14 ging es in die Kabine.
 

Eigentlich war klar, woran es lag: Unsere Wurfeffektivität musste deutlich besser werden und auch in der Abwehr mussten wir endlich konsequenter zupacken. Zu oft konnten wir Abschlüsse zulassen, die wir eigentlich verhindern wollten.

 

Zweite Halbzeit – und plötzlich war der Wurm drin

 

Uns war klar: Hier ist noch alles drin. Und genau so starteten wir auch in die zweite Halbzeit. Direkt nach Wiederanpfiff erzielten wir ein schnelles Tor, holten uns anschließend den Ball zurück und gingen direkt wieder in Führung. So hatten wir uns das vorgestellt.

 

Doch dann kam leider der Teil des Spiels, den man am liebsten aus dem Spielbericht streichen würde.

 

Unser Angriffsspiel brach in den folgenden Minuten immer mehr auseinander. Es häuften sich die Abspielfehler und irgendwie wollte der Ball auch einfach nicht mehr ins Tor. Wobei man dem Döbelner Keeper an dieser Stelle auch ein Kompliment machen muss: Der hatte an diesem Abend gefühlt überall seine Hände im Spiel. Vielleicht hätten wir einfach mal unten werfen sollen – aber hinterher ist man bekanntlich immer schlauer.

 

Die vielen Ballverluste luden Döbeln regelrecht zu Tempogegenstößen ein. Einen nach dem anderen liefen sie und konnten sich dadurch Stück für Stück weiter absetzen. Während wir vorne nach Ideen suchten, waren wir hinten zunehmend damit beschäftigt, den verpassten Ideen hinterherzulaufen.

 

Uns fehlte im Angriff die nötige Durchschlagskraft und in der Abwehr der letzte Zugriff. Gleichzeitig muss man sagen, dass uns unsere Torhüter mit einigen starken Aktionen überhaupt noch einigermaßen im Spiel hielten.

 

Doch auch unsere Kräfte schwanden zunehmend. Wer permanent einem Rückstand hinterherläuft und dazu noch den ein oder anderen Tempogegenstoß verteidigen darf, merkt irgendwann, dass der Akku nicht mehr ganz voll ist.

 

Am Ende stand ein 22:30 auf der Anzeigetafel.

 

Fazit:

Natürlich tut die Niederlage weh – gerade in einem Derby und gerade vor heimischem Publikum. Trotzdem hat das Spiel in vielen Phasen deutlich besser ausgesehen als noch beim ersten Saisonspiel gegen Union Chemnitz. Es waren Fortschritte zu erkennen, auch wenn wir gleichzeitig wieder gesehen haben, an welchen Stellschrauben wir noch drehen müssen.

 

Unsere überwiegend junge Mannschaft muss sich in dieser Liga noch finden und lernen, solche Spiele über 60 Minuten konsequent zu Ende zu spielen. Die Realität der Liga hat uns an diesem Samstag definitiv wieder ein Stück eingeholt. Aber genau dafür sind solche Spiele da: lernen, abhaken, weitermachen.
 

Wir merken jede Woche, dass wir Fortschritte machen. Wir versuchen, uns weiterzuentwickeln, Dinge auszubauen und als Mannschaft zusammenzuwachsen. Und genau deshalb bleiben wir optimistisch.

 

Viel Zeit zum Nachdenken bleibt ohnehin nicht. Diese Woche steht bereits eine unserer weitesten Auswärtsfahrten an. Es geht zum Aufsteiger HC Pleissental.

 

Die Gastgeber mussten in ihren bisherigen Spielen ebenfalls zwei Niederlagen hinnehmen: Gegen die SG LVB II unterlagen sie mit 23:27, gegen den SC DHfK Leipzig III setzte es anschließend eine 24:36-Niederlage.
 

Die Ausgangslage ist also durchaus vergleichbar.

 

Schauen wir mal, was wird.


 

Es spielten:

#1 Tom Wabnitz (Tor), #3 Tobias Krause (2/2), #4 Marcel Kühnel, #5 Malte Morstein (5), #8 Phillip Schneese (1), #9 Max Simon, #11 Theodor Kuhl (3), #22 Paul Stephan, #23 Philipp Röpke (Tor), #27 Moritz Kunzendorf, #28 Tim-Luca Wandelt (1), #29 Jannik Reinicke, #30 Henry Lützkendorf (4), #33 Jason Heimann (5), #36 Hendrick Pawlowski (1)

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Veröffentlichung

Mo, 14. September 2026

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