+++ Kein Fan +++
Ich befürchte, das letzte Mal, als ich unsere geliebte WM-Halle so leer gesehen habe, war in einem meiner eigenen Jugendspiele, 10 Uhr am Sonntag oder so.
Der Grund für die vielen (zugegebenermaßen harten) leeren Sitzschalen am vergangenen Samstagabend lässt sich mit einem kurzen Blick auf die Tabelle relativ flink beantworten. Schwarz auf Weiß steht dort Tabellenplatz 12, 0:6 Punkte und -34 Tore, also alles andere als eine anziehende Ausgangslage. Bisher gelingt es uns nicht, die Spiele bis zum Ende offen zu halten, damit eventuell auch mal ein Punkt vom Laster fällt. Ein Glück gibt es jedes Wochenende aufs Neue die Chance, das Ruder herumzureißen und damit das Momentum auf die eigene Seite zu ziehen.
Zu Gast am Samstag reiste die HSG Rückmarsdorf nach Riesa, im Gepäck ein bekanntes Gesicht mit Max Knappe, der in der letzten Saison noch unser Trikot trug. Die bisherige Ausbeute der Gäste belief sich auf 2:4 Punkte, wodurch jedem klar war, dass dieses Spiel äußerst wichtig und wegweisend ist.
Dementsprechend motiviert starteten wir in die Begegnung, die Zielsetzung, die ersten zwei Zähler einzufahren, vor Augen. Und der Start sollte gelingen: Durch klar strukturierte Angriffe und eine bissige Abwehr gelang es uns, nach fünf Minuten eine 4:1-Führung zu erarbeiten. Soweit, so gut. Allerdings folgte auf diesen souveränen Start ein Spielfilm, der einem inzwischen (leider) nur allzu bekannt vorkam. Mal wieder stellten wir unser Spiel ein und der Wahnsinn übernahm die Kontrolle (sinnlos abgegebene Bälle, teilweise obskure Anspielversuche und selbstverständlich eine schwache Torwurfquote). Gleichzeitig ließ unsere Abwehr in puncto Kommunikation und Rückzugsverhalten nach. Wie gesagt, solche Phasen sind bisher ein Dauergast in dieser Saison.
Die HSG nutzte unsere Leichtfertigkeit und drehte die Partie innerhalb von zehn Minuten auf 7:12. Es schien sich ein Abziehbild der bisherigen Begegnungen anzubahnen.
Das Trainerteam sah sich zu einer Auszeit gezwungen, welche nötig war, aber auch Wirkung zeigen sollte. Das Tempo nach vorne wurde beibehalten, allerdings verschwand die Hektik aus unserem Spiel. Über wenige Stationen wurde der Ball schnell nach vorne getragen und die kreierten Chancen sogar verwertet. Tor um Tor kämpften wir uns zurück und somit stand es in der 28. Minute nur noch 14:15. Zum Ausgleich sollte es nicht mehr reichen. Wieder luden wir unsere Gäste mit eigenen Fehlern ein, weshalb wir uns mit dem letztlichen Halbzeitstand von 15:18 zufriedengeben mussten.
In der Pause wurde die Schwachstelle klar aufgezeigt: Wir standen uns selbst im Weg und um dieses Spiel zu gewinnen, mussten wir es endlich schaffen, unsere Fehler zu minimieren und eine komplette Halbzeit Handball zu spielen.
Der Beginn der zweiten Hälfte verlief relativ ausgeglichen. Fipser eröffnete per schönem Heber, Rückmarsdorf zog nach. Nach fünf Minuten folgte wieder eine schlechte Phase unsererseits. Zwischen Alu-Pech und wiederum unkonzentrierten Aktionen zogen die Gäste mit einem 0:4-Lauf auf 17:24 davon.
In der Folge versuchten wir, den Abstand wieder zu verringern. Gelungen war es uns in diesem Spiel immerhin schon einmal. Jedoch fehlte es unserer Abwehr weiterhin an Zugriff. Zu oft war Tom Wabnitz im Tor auf sich allein gestellt und die Gäste kamen zu einfachen Toren. Somit wuchs der Abstand bis zur 50. Minute sogar noch auf neun Tore an.
Für die letzten zehn Minuten wurden noch einmal die verbliebenen Kräfte mobilisiert und wir stemmten uns gegen die drohende Niederlage. Somit verkürzten wir die Differenz durch schnelle, druckvolle Abschlüsse. Der Schaden war letzten Endes aber nicht mehr zu beheben, weshalb wir auch unser zweites Heimspiel verlieren sollten. Endstand: 33:38.
Was bleibt, ist eine weitere schmerzhafte Niederlage, an welcher wir wie schon in der Vergangenheit leider die Hauptverantwortung tragen. Es will uns aktuell nicht gelingen, über die komplette Spieldauer eine konzentrierte Leistung abzuliefern. Natürlich gibt es Licht und Schatten und wir können wieder vereinzelt gute Phasen und Momente hervorheben, aber wir spielen eben letzten Endes immer noch um Punkte und davon haben wir aktuell nicht allzu viele.
Für die Älteren bei uns im Team ist das keine neue Situation, wenn wir den Blick Richtung vergangene Saison richten. Auch da erwischten wir einen durchaus fatalen Start. Dennoch sollten wir uns gewiss nicht darauf verlassen, den Karren schon wieder irgendwie aus dem Dreck zu ziehen.
Für die kommende Trainingswoche gilt es nun, die Köpfe wieder frei zu bekommen, ordentlich zu trainieren und dann hoffentlich am Wochenende den Bock endlich umzustoßen.
Besagter Bock wartet in Form des Verbandsliga-Aufsteigers Germania Zwenkau auf uns. Die letzte Begegnung datiert rund fünf Jahre zurück. Damals trafen wir im HVS-Sachsenpokal-Achtelfinale auf Zwenkau. Die Germania ging am Ende mit 28:26 als Sieger von der Platte. Seitdem ist zweifelsohne viel Zeit ins Land gezogen. Die kommenden Hausherren spielten zu diesem Zeitpunkt in Sachsens höchster Spielklasse, während wir noch in der Verbandsliga Ost aktiv waren.
Anwurf ist am Samstag, den 03.10.2026, um 18:00 Uhr in der Park Arena Neukieritzsch.
Wir hoffen auf eure lautstarke Unterstützung & endlich die ersten Punkte mit an die Elbe zu nehmen.
Auf geht’s, Riesa!
Für Riesa spielten:
#1 Tom Wabnitz (TH), #23 Philipp Röpke (TH), #3 Tobias Krause (1), #4 Marcel Kühnel, #7 Patrick Illgen (2), #8 Phillip Schneese (4), #9 Max Simon (1), #11 Theodor Kuhl (9), #27 Moritz Kunzendorf (2), #28 Tim-Luca Wandelt, #30 Henry Lützkendorf (3), #33 Jason Heimann (3), #36 Hendrik Pawlowski, #44 Maurice Gnadt (8, 1/2)
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